Sammlung
Die wachsende Sammlung macht vietnamesische Esskultur in der Diaspora in Deutschland als selbstbestimmte Praxis innerhalb der Community sichtbar. Adressiert werden Menschen mit Bezug zu Vietnam, die in Deutschland leben, um die Vielfalt der Migrationsgeschichten und Erfahrungen innerhalb der Community abzubilden.
Weitere Texte, Zeichnungen, Videolinks, etc. können jederzeit über info[at]hastduschongegessen eingereicht werden.
Damals liefen alle in die China-Restaurants – die waren total überlaufen. Vietnamesisch war noch kaum bekannt, niemand wusste, was Vietnam eigentlich ist. Alles war im Chinesisch-Trend. Auch Vietnamesen oder andere haben lange nur chinesisch gekocht, dann kamen die Japaner und die haben den Trend aufgenommen. Erst in den letzten zehn Jahren hat sich das langsam geändert.
- Diaspora
- Gastronomie
Recently, because I'm pregnant, my father told me, “okay, don't eat raw papaya or papaya leaves because this is what was used in the villages as an abortion medicine.” My elders share knowledge that isn't generally talked a lot about. Though, nowadays there are a lot of books on Traditional Chinese Medicine and the medicinal benefits of how healthy it is to eat particular things during different seasons.
- Wissen
Wir hätten jetzt auch keine italienischen Pasta, wenn wir das zeitlich eingrenzen, weil Nudeln wurden in China erfunden. Und das ist ja ein Prozess – Essen entwickelt sich, ist im Prozess und im Wandel. Es hat viel mit Kolonialisierung und Migration zu tun, wie bewährt sich die Welt mit Politik und auch mit Essensressourcen.
- Diaspora
- Wissen
Ich habe so viele verschiedene Geschmäcker von zu Hause. Was ich vielleicht mit zuhause verbinde, weil es vielleicht das Viet-Gericht ist, das mein Vater für mich chay kochen konnte, ist đậu hũ sốt cà chua, also frittierter Tofu in Tomatensoße. Das ist für mich total comforting und ein Gericht, was mein Vater oft für mich gemacht hat und auch eins, das ich sehr schnell gelernt habe selbst zu kochen. Das ist auch nicht sonderlich schwer. Immer wenn ich das Gefühl habe, ich brauche etwas Wärmendes und vielleicht auch etwas, was mir ein wohliges Gefühl gibt, dann mache ich đậu hũ sốt cà chua.
- Identität
- Wissen
Wenn du ein Gericht kennst und denkst: ‚Oh, schmeckt gut’ – dann kannst du dir diesen Geschmack merken. Wie? Du isst, aber nicht gleich runterschlucken. Augen zu, abspeichern. Ein paar Mal so machen – und du merkst dir den Geschmack wirklich.
- Wissen
Ich glaube, dass wir, die diasporisch sind – die in Deutschland geboren sind, aber deren Eltern aus einem anderen Land kommen, deren Eltern eine Migrationsgeschichte haben –, dazu neigen, unsere Erinnerungen und unser diasporisches Wissen teilweise auch ein bisschen zu romantisieren oder vielleicht sogar manchmal zu überhöhen. Weil es uns mehr bedeutet oder etwas anderes bedeutet – oder weil wir mehr daraus ziehen als Menschen, für die das alltäglich ist. Ich denke einfach, dass es für uns vielleicht noch mal etwas anderes ist, wenn man so einen Teller bánh xèo oder bánh cuốn vor sich hat – das ist mit super viel Arbeit verbunden. Da hängen vielleicht bestimmte Erinnerungen dran. Wenn ich aber in Vietnam bin und zu meinen Cousinen sage: ‚Lass uns bánh cuốn, bánh xèo essen’, dann ist das für sie einfach ein normaler Dienstag, an dem sie in ein Restaurant fahren. Es hat für sie eine ganz andere Selbstverständlichkeit als für uns, denke ich.
- Diaspora
- Identität
Ich habe in Vietnam zwei jüngere Cousinen. Als wir zusammen essen waren, habe ich meiner Cousine erzählt, dass man in Deutschland nicht verschiedene Gerichte in die Mitte stellt und dann zusammen das Essen teilt. In Deutschland hat jeder seinen eigenen Teller und dann isst man sozusagen für sich. Meine Cousine hat das total irritiert. Sie meinte, dass das ja dann auch gar nicht so gesellig ist. Das fand ich ganz interessant, weil wenn wir in ein Restaurant in Vietnam gehen, dann bestellen wir wirklich viele verschiedene Sachen – also von bún und cơm bis zu rau und natürlich das Protein – und dann baut man sich das selbst zusammen. Dieses gesellige, zusammen Teilen und auch aufeinander achten – das ist mir dann in dem Gespräch einmal mehr aufgefallen – dass wir das in Deutschland nicht so gesellig haben. Natürlich kann es auch gesellig sein, wenn jeder einen eigenen Teller oder eine eigene Schüssel hat, aber das Grundprinzip des geselligen Essens ist in Vietnam immer da und in Deutschland nicht. Dieses Gespräch mit meiner Cousine war einfach lustig für mich, weil sie wirklich irritiert war und fast schon erschrocken geguckt hat, als ich ihr das erzählt habe.
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Ich habe mir diese ganzen veganen Gerichte selbst beigebracht. Aber auch immer mal meinen Vater gefragt: ‚Wie bereitet man das zu und wie kann ich da einen Weg finden, das zu veganisieren?’ Seitdem wir in derselben Stadt wohnen, treffen wir uns aber natürlich viel öfter. Das geht dann über den Telefonkontakt und die Frage ‚Wie soll ich das kochen?’ hinaus – wir sind dann zusammen hier und bereiten gemeinsam etwas zu.
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Also immer Fischsoße, dann auch MSG, also Glutamat. Zum Thema Glutamat gibt es ja sehr viele Konnotationen und Vorgeschichten, zum Beispiel Yellow Peril, das ist ein sehr großes Thema.
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- Fremdzuschreibung/Rassismus
Wenn es um die Zukunft der deutschen Diaspora geht, freut es mich einfach, dass viele Việt-Deutsche sich immer mehr Räume in allen möglichen Bereichen nehmen und dass es immer mehr Sichtbarkeit für việt-deutsche Lebensrealitäten gibt.
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My father had a grocery store and imported fruits and vegetables from Vietnam with some people. So I had access to an abundance of these ingredients with which my family were able to create these dishes outside of Vietnam. Also, my great grandmother was an amazing gardener, and she grew a lot of ingredients on a small part of land really, really well.
- Diaspora
Zuhause haben wir nie zusammen gekocht. Es war immer ein getrenntes Ding von meiner Tante, meiner Oma und meiner Mutter. An Weihnachten, Ostern – wann auch immer wir uns getroffen haben – waren die ein bisschen separiert und haben zusammen gekocht. In der Familie väterlicherseits sind wir fast nur Jungs – da war das sehr natürlich, dass es nicht von uns erfragt wurde. Und ich glaube, dass es bei meinen Cousinen anders war – die haben dann mit ihrer Tante das Essen daheim vorbereitet und mitgebracht, würde ich behaupten. Soweit ich weiß, können die mehr, also kulinarisch.
- Wissen
I think recently,… because I lost my grandma last year. I think my most memorable experience with food is her making thịt kho because it is something that everyone in my family loves. And that was the last dish she made before she passed. Unfortunately, I didn't get to eat it because I'm so far away. This dish is a very memorable one because of her.
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- Diaspora
Für mich war der Prozess schon krass wichtig, sich ganz konkret mit Vietnamesisch-Sein auseinanderzusetzen und das würde ich nicht unterschätzen. Ich glaube, ich hatte länger eine eher kosmopolitische Haltung, aber wenn man sein ganzes Leben lang auf eine bestimmte Art und Weise verbesondert wird, sollte man sich auch damit auseinandersetzen. Kulturelle Errungenschaften haben voll viel Wert in jeder Kultur. Das macht deinen Horizont größer und auch den der Gesellschaft, wenn du das mit reinbringst. Für mich hat das nichts Nationalistisches oder Patriotisches, sondern es geht mehr darum: ‚Das gibt es auch und es ist schön, wenn das nicht unsichtbar gemacht wird.’
- Diaspora
- Identität
Meine Oma hat nicht plötzlich angefangen deutsche Gerichte zu kochen. Deshalb gibt es da vielleicht ein selbstverständlicheres Verhältnis zur Esskultur. Aber für mich hat das eine große Bedeutung, es ist emotional. Wenn ich sage, ich will dieses Kochbuch von meiner Mama und Oma haben und die Gerichte nachkochen, dann will ich, dass das nicht verloren geht. Das ist eher ein Diaspora-Ding.
- Diaspora
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Ich habe mich sehr lange geschämt, für das was meine Eltern machen. Den Begriff Imbiss haben wir jetzt versucht für uns zu reclaimen, aber Imbiss ist kein schöner Begriff in der Gastronomie. Es ist ist die niedrigste Stufe der Gastronomie. Es ist schnelles Essen, es wird oftmals auch mit Dreck und mit unhygienisch sein assoziiert.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
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Du bist nicht allein. Wir sind nicht allein. Das ist Community.
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Thao und ich sprechen vietnamesisch ziemlich gut. Das heißt, wir haben jetzt nicht so die Sprachbarrieren und Distanz zu unseren Eltern, weil wir auch verbal mit ihnen kommunizieren können, ziemlich gut sogar. Aber es gibt jetzt, sag ich mal, viele jüngere Em, die, sag ich mal, der vietnamesischen Sprache nicht so mächtig sind und da ist Essen dann ein Tool.
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- Diaspora
Ich sage immer, dass das, was es in den typischen vietnamesischen Restaurants in Deutschland gibt, dass das việt-deutsches Essen ist und gar nicht per se das vietnamesische Essen, so wie wir das von zuhause kennen. Das ist eine eingedeutsche Version von vietnamesischem Essen.
- Gastronomie
Mit Authentizität werden wir im gastronomischen Bereich tagtäglich konfrontiert. Entweder bist du Fusion oder authentisch. Und für uns ist das Wort authentisch so ein bisschen... also ich würde jetzt nicht sagen Bullshit Wort, aber was ist authentisch? Also das, was deine Oma gekocht hat, achtzehnhundert-sowieso oder in welchem Raum bewegen wir uns? In welchem Klima? Da müsste man ein Museum erschaffen, um dann genau zu sagen was authentisch ist.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
Ich war in Leipzig und in einem vietnamesischen Restaurant essen. Dort hat mich dann der chú gefragt: ‚Bố mẹ cháu ở đâu, bố mẹ cháu làm gì?’ Und dann habe ich erzählt, dass mein Vater auch ein Restaurant in Thüringen hat. Der meinte dann so: ‚Oh Thüringen, thành phố nhỏ thế! Dann verkauft dein Vater bestimmt auch noch Ente süß-sauer, oder?’ Und das ist ja total wahr. Je kleiner der Ort, desto eher ist es noch so, dass die Akzeptanz und die Neugierde für vietnamesisches Essen kleiner war und desto größer war auch die Chance, dass ein Vietnamese dort noch gebratene Nudeln, gebratenen Reis und Ente süß-sauer verkauft. Das hat viel mit Akzeptanz und Fremdzuschreibung zu tun, das hat aber auch viel mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Ich glaube, es ist nicht so, dass man sagt, dass es ideell für mich wäre, wenn wir vietnamesisch verkaufen würden, sondern wir verkaufen das, was wir verkaufen, weil wir halt Geld annehmen müssen, weil wir Miete bezahlen müssen. Das ist dann eine eher rationale Rechnung.
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Most of my cooking memories as a child were wrapping chả giò. We’d wrap for the whole day with all my cousins and aunties. And my mum would guide my hands on how to do this. As I got older, my father taught me how to make more elaborate things like doughs for traditional dumplings–how to get the consistency right and how to balance flavors, and tricks on how to make things tender.
- Wissen
Essen ist auch so ein Medium der Zusammenkunft. Ich glaube, wie wir im asiatischen Raum essen differenziert sich sehr stark von der europäischen, wo wir ja leben. Es geht sehr viel um Sharing. Ich meine wir haben cơm bình dân, wo alles geteilt wird.
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Ich habe bei einem Việt-Treff gemerkt, dass es schon eine männliche Sozialisierung gibt. Meine Mutter hat nicht wirklich erwartet, dass wir drei Brüder richtig beim Kochen mithelfen. Beim gỏi cuốn machen habe ich mal vergessen, die Stärke von den bún-Nudeln abzuwaschen. Als ich die dann mitgebracht habe, haben die total zusammengeklebt. Dann haben mich die Girls vom Việt-Treff richtig ausgelacht, und meinten so: ‚Man merkt, dass du nie in der Küche mitgeholfen hast‘. Das war lustig dadurch diese Diskrepanz zu bemerken: Ich kann eigentlich solide kochen, aber im Gegensatz dazu gar nicht so richtig vietnamesisch – vielleicht wegen der männlichen Sozialisierung. Deswegen versuche ich das jetzt aufzubauen. Mit dem Kochen meine ich es schon ernst, dass ich die Sachen nachkochen möchte.
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Vor 30 Jahren war das echt schwierig. Zum Beispiel Fischsoße – die gab’s bei uns gar nicht. Es gab keinen Asia-Laden, nur einen Händler, der die Sachen brachte, aber nur alle vier Wochen. Dann mussten wir warten, bis er kam, und haben Tüte für Tüte gekauft.
- Diaspora
Vietnamese food was at the centre of when I listened to all the stories that my elders spoke about in a way that was very unfiltered, not too academic, and very accessible. And it really looked at their personal experience of global histories in a way that was away from the white gaze, the colonial gaze, just very honest and without trying to create any trauma porn. So, Vietnamese food was a place where safety happened, where we nourished and cared for each other.
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There’s a gap in the Vietnamese diasporic community here in Germany. The ones that went through the Western education system in academia – a lot of the things that they're researching and doing, is important, but is also inaccessible for many. In the arts and culture sector, it's perhaps inaccessible where people don't feel so welcome in those spaces.
- Diaspora
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Ich mache eigentlich nur gỏi cuốn selbst, und das ist für mich genau das – so ein familiärer Vibe. Für mich ist das einfach Familie.
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Es war nicht nur so, als sei das vietnamesische Essen der einzige Weg, um anzuknüpfen, sondern Essen hat das eher ein bisschen aufgemacht oder nochmal andere Wege der Verknüpfung überhaupt dargestellt.
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Meine Art von Kochen, jetzt zum Beispiel eine Bolognese, ist mit asiatischen Zutaten geschmückt. Etwa dass ich mit Fischsoße oder Maggi oder mit Limette und Koriander koche. Das sind schon die Sachen, mit denen wir auch aufgewachsen sind.
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Es hat sich wirklich gewandelt, dass Vietnamesen sich nicht mehr hinter anderen Labels, anderen Küchen verstecken mussten, sondern dann auch das vietnamesische Essen verkauft haben.
- Diaspora
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Where I grew up, it was never really like that. It’s like: Let's make food for our community the way we want to enjoy it.
- Community
Damals in den 90ern, so Imbissessen, das war immer “China-Pfanne”. Und das auch nicht mit einer respektvollen Konnotation, sondern eben „Wir gehen jetzt zu den, „Fidschies“, oder zu den „Schlitzies“ oder was auch immer, und holen wir uns eine China-Pfanne.“ Das ist so wie bei Döner auch, nicht immer mit Respekt verbunden.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
Es wird immer dieses Spannungsfeld geben zwischen dem, was wir servieren wollen, was wir authentisch finden, und dem, dass man eben Kund*innen gewinnen muss. Man kann natürlich auch selbst Impulse setzen, das sollte man auch, aber so wird es nicht sein, dass man einfach sagt: ‚Weil mắm tôm uns am besten schmeckt, machen wir das als Hauptspeise.’ Denn natürlich gibt es dieses Spannungsfeld zwischen dem, was wir servieren und vermitteln wollen, was sich verkauft und wie man mit seinem Laden überleben kann.
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Also meine Mama hat nicht gesagt, ich liebe dich, sondern, hast du schon gegessen.
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Wir haben uns bei DASHI von westlichem Essen in Asien inspirieren lassen, und unser Interieur ist geprägt von den Cha Chaan Tengs in Hongkong. Hongkong war ja sehr lange eine Kolonie der britischen Kolonialmacht. Und so ist das Essen da ja entstanden. Japan hatte sehr viele westliche Einflüsse und Japan hat dann wiederum Taiwan beeinflusst. Die Franzosen haben Vietnam besetzt und daraus entstand bánh mì. Also, da sind sehr viele Inspirationen, wie westliches Essen auch nach Asien gekommen ist. Das ist so Hauptinspirationsquelle für uns.
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- Identität
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Erstmal das Wort „Identität“ und auch „Heritage“. Das sind für mich Zentralwörter. Aber ich finde auch das Wort „Sentiment“ und auch noch „Nostalgie“. Also vor allen Dingen auch als Verbindung zu den Eltern. Vor allen Dingen ist es auch eine Sprache, die non-verbal von unseren Eltern weitergegeben wurde.
- Identität
Back to food, everyone has different tastes. So how you cook depends on what you like. A deep knowledge of ingredients is also important, and I'm still learning. How to prepare particular ingredients is something that I feel comes with auntie knowledge, as well as how they grow and their medicinal benefits.
- Diaspora
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Essen hat sehr viel Bedeutung, auf jeden Fall. Nicht nur als Lebensmittel. In Deutschland hast du das Wort Lebensmittel, ein Mittel zum Leben. Und in Asien denke ich, vor allem in der vietnamesischen Community, ist es eine Life-Line, es geht um mehr als nur zum leben, es geht auch um Genuss. In Deutschland geht es, habe ich das Gefühl, es eher weniger um Genuss, es geht eher um ein Mittel, um nicht zu sterben, sondern zu leben.
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- Identität
Das Essen kennen die Leute schon, und vielleicht wäre ein bisschen mehr Kultur dazu auch wichtig.
- Community
As I grew older there were some things I didn't know. I’d research online on how to make particular things and I still do. Unless it's quite a tricky dish, I will ask my parents, but the way that they communicate is like: „This much ginger (showing me their thumb), like this much soy sauce or like this much fish sauce (making a pouring action for a few seconds), you just taste it and you know.“ It's not very precise. So, when I have to do large quantities for catering, I use online recipes, then do a trial and then talk to my dad about it to make adjustments.
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The access to ingredients has changed since living in Germany. I have to eat a lot more warming foods than colder fresh food that is often eaten in Vietnamese cuisine. I try to not eat too many salads during the colder months, which are quite a few months here.
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Ich war letzte Woche auf einem Event und da war eine Catering-Gruppe die nur regional gekocht haben. Das können wir zum Beispiel gar nicht. Wenn wir nur regional kochen würden, dann würden wir gar kein Reis auf den Tisch packen können. Wir können keinen Bambus anbieten, keine Wintermelone und dabei ist die einzige life line, die wir haben als Migra-Kids und auch unsere Eltern, das Essen.
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Vietnamesisches Essen hat eine riesige Bedeutung für mich. Einerseits ist es Zugang zur Kultur, andererseits eine Art Verwurzelung über die Ernährung.
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Ich glaube, für viele Việt-Leute ist das ein größerer Kampf. Es gibt einfach mehr Biografien, die sagen: ‚Ich hatte nie vietnamesische Freunde‘ oder ‚Ich habe das Kochen nie wirklich gelernt‘. Ich hatte das auch stark – ich wollte in meiner Jugend lieber weiß sein. Ich habe oft den Eindruck, dass es bei meinen türkischen oder arabischen Friends nie ein Thema war, zu sagen: ‚Ich bin das nicht, ich möchte das nicht sein‘. Ich kenne das mehr von Việt-Friends, dass sie eher den Wunsch hatten, das wirklich abzulegen.
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Ich bin damals oft mit meiner Mum und meinen Brüdern in den großen Asia-Markt in der nächsten Stadt gegangen und die hat uns Zeug schleppen lassen – unnormal. Das ist eine Erinnerung seit ich zehn bin, dass ich und meine Brüder – das ist es vielleicht, meine männliche Sozialisierung zum Essen – nicht mitkochen, aber alles tragen sollten. Allein die Basis mit 26 Kilo Säcken Jasminreis und dass das Auto immer voll war. Und in unserer Kleinstadt waren wir auch gut vernetzt mit anderen Vietnamesen. Es gab eine Frau, die einen sehr gut ausgestatteten Asialaden hatte. Der war extrem klein und es waren gefühlt drei Regale, aber die hatte eigentlich alles. Daher gab es dieses Zugangsproblem bei uns nicht.
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Ich bin Vegetarierin gewesen, seitdem ich 13, 14 war und habe sehr schnell angefangen, selbst zu kochen, weil ich mir die Sachen, die ich essen wollte, einfach selber beibringen musste. Ich bin bei meinem Papa und auch in seinem Restaurant aufgewachsen. Das Essen im Restaurant selbst, das war chinesisches Essen, kein vietnamesisches. Das, was dann abends von der Belegschaft gekocht wurde, nachdem das Restaurant zu war, war vietnamesisches Family-Essen – da habe ich auch nicht so viel mitgegessen, weil das auch nicht vegetarisch war. Daher war das eigentlich sehr lange mein eigener Weg.
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I think Vietnamese food means safety to me, but also pleasure. I take a lot of joy in not only eating Vietnamese food, but making it. It created a space where I could embrace a culture that I pushed away from me in public.
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So sehr penibel abwiegen und so weiter… das fällt mir nicht so leicht. Weil wir das auch nicht so gelernt haben bzw. meine Mutter oder Oma und so weiter, die haben immer improvisiert, immer nach einem Gefühl, nach Geschmack, abgeschmeckt.
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Ich finde es genauso wichtig, einfach nur Community Care zu betreiben und zu schauen, was die Narrative sind, was die Punkte sind, die uns guttun. Denn ich denke, wenn man Vorwissen hat, spricht man immer mit einer anderen Selbstverständlichkeit über die Themen. Und wenn wir untereinander, also việt-deutsche Menschen, miteinander sprechen, dann ist das doch auch schön. Das schafft vielleicht einen anderen Raum der Selbstverständlichkeit, als wenn man immer mit dem Akt der Wissensvermittlung an Außenstehende herangehen muss.
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Ich habe meine Hausaufgaben im Restaurant gemacht und da immer auch hinter der Theke, im Service oder in der Küche ausgeholfen. Oder wenn die Eltern nicht da sind, für die Schwester zu Hause gekocht. Also man musste relativ schnell erwachsen und selbstständig sein. Weil die Eltern mussten arbeiten und Geld verdienen.
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In den vietnamesischen Restaurants gibt es die vietnamesischen Gerichte, die zu Teller- oder Schüsselgerichten verarbeitet werden, da vielleicht auch schon eine Authentizität haben und sich natürlich an den Gerichten, die es bei uns gibt, anlehnen. In den việt-deutschen Restaurants gibt es zum Beispiel die angelehnten Gerichte, wie eine Schüssel phở oder eine Schüssel bùn bò oder bún chay, also die ganzen bún-Gerichte, die ja manchmal auch als ‚lauwarme Reisnudelsalate’ bezeichnet werden. Dann gibt’s verschiedene cơm-Gerichte. Wie beispielsweise eine Portion cơm mit Gemüse und Erdnusssoße oder eine Portion cơm mit Gemüse, Tofu und Erdnusssoße. Das ist total beliebt, aber an sich kein typisches vietnamesisches Gericht. Oder udon xào. Udon Nudeln sind aber gar nicht vietnamesisch, oder auch Curries, die größtenteils nicht typisch vietnamesisch sind. Aber all das würde man, denke ich, auf einer, ‚Standard-Việt-Restaurant-Karte’ in Deutschland finden – Bowls oder Sachen wie phở, bún, cơm-Gerichte, udon xào, Currygerichte. Ich glaube, das sind Gerichte, die im herkunftsdeutschen Bewusstsein als vietnamesisch bezeichnet werden und auch als vietnamesisch im Kopf existieren. Das sind aber Gerichte, die es derart in Vietnam nicht gibt, und wir – die das Wissen von beiden Seiten haben und wissen, wie das Essen in Vietnam ist und was hier serviert wird – wir wissen, dass das eine Art Hybrid ist. Das, was dann, glaube ich, authentischer oder auf jeden Fall vietnamesisch ist, das sind die Vorspeisen. Zum Beispiel haben wir cuốn, rán, há cảo oder auch die Salate. Aber ich finde, die meisten việt-deutschen Restaurants, die sind việt-deutsch, weil sie an den deutschen Geschmack angepasst sind.
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Die erste Generation, also meinen Eltern oder auch meine Großeltern, die direkt aus Vietnam kamen, die wissen, wer sie sind. Die sagen nicht: ‚Ich muss ganz dringend meine vietnamesische Kultur erhalten’. Die wissen es, die kennen ja nichts anderes. Für sie war klar, dass sie Vietnamesen sind. Die haben uns immer gesagt, dass das einen großen Wert hat und wir uns früher oder später damit auseinandersetzen müssen. Das fand ich in meiner Jugend oft schwer, wenn meine Eltern sagten: ‚Ihr werdet hier nie komplett akzeptiert werden, also macht euch klar, wer ihr seid, und lebt damit’.
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Das hängt auch davon ab, wie man selbst Geschmack empfindet. Wenn du merkst: So schmeckt’s mir nicht, aber so wie ich’s jetzt mache, ist es besser – dann machst du’s eben so. Das Grundrezept bleibt gleich, aber man entwickelt es für sich selbst einfach ein bisschen weiter.
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Als sich in den 90er Jahren viele Vietnamesen in Ostdeutschland selbstständig gemacht haben, gab es meist drei Wege: Blumenladen, Textilgeschäft oder Restaurant. Damals hat man aber nicht gesagt: ‚Ich eröffne ein vietnamesisches Restaurant mit phở und bún‘ – stattdessen hat man ‚chinesische Restaurants’ eröffnet, mit Ente süß-sauer, Frühlingsrollen und Pekingsuppe. Das hat sich sehr, sehr weit getragen – bis zum Anfang der 2000er. Mein Vater hat mir erzählt, dass es verschiedene Gründe dafür gab, warum sich China-Restaurants bis in die 2000er gehalten haben: Zum einen dachte man, dass die Deutschen vielleicht Peking-Ente und Frühlingsrollen eher kennen würden als die vietnamesischen Gerichte. Zum anderen ging es auch einfach um Verfügbarkeit der Zutaten: Koriander, die ganzen Kräuter und alles, was wir in der vietnamesischen Küche verwenden, war einfach nicht so leicht zugänglich. Also hat man den Weg gewählt, als Vietnamesen chinesische Restaurants aufzumachen. Dann kam in den 2000er Jahren der Sushi-Hype – zumindest in den Kleinstädten. Viele Vietnamesen haben angefangen, zusätzlich Sushi zu verkaufen. Erst später gab es eine breitere Akzeptanz und auch ein breiteres Interesse an vietnamesischen Gerichten, sodass Vietnamesen immer mehr Restaurants aufgemacht haben, wo auch vietnamesisches Essen verkauft wurde. Dadurch konnten immer mehr Restaurants wirklich vietnamesische Gerichte anbieten. Und es ist kein Zufall, dass es gerade in Ostdeutschland viele Restaurants, in denen es vietnamesisches Essen gibt und die von Vietnamesen geführt werden, trotzdem noch zusätzlich Sushi angeboten wird. Das ist wie ein Relikt dieser Entwicklung – ein zusätzlicher Weg, Geld zu verdienen. Also der Blick und die Akzeptanz haben sich auf jeden Fall verändert.
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Wir können nicht regional kochen, z.B. mit dem was Brandenburg zu bieten hat, weil wir uns dann entgegen unserer Identität und Geschichte bewegen würden. Und das macht dann unglücklich. Natürlich können wir jeden Tag Brot, Kartoffeln und Stulle essen, aber ich glaube da verlieren wir sehr viel von unserer Heritage und wenn man nicht sein Authentisches Ich leben kann, dann ist man sehr, sehr unglücklich. Es ist auch ein Privileg das auszuleben, der Mensch zu sein der man sein möchte und Essen ist ein großer Teil davon.
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Ja, dieses Zusammensein-Gefühl, dass die Familie stark ist. Egal, wo man auf der Welt ist – Hauptsache Familie. Das ist wichtig.
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Dadurch, dass wir auch in der Schulkantine aufgewachsen sind und uns das auch geprägt hat, wollten wir zum Beispiel Königsberger Klopse, Bauernfrühstück und so weiter, irgendwann auch mal auf unsere Speisekarte setzen, einfach weil das auch ein Teil unserer Identität ist. Aber dann halt immer, also in Reinterpretation mit unserer eigene Note. Fischsoße oder MSG.
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In saying so, authenticity comes to mind. My food may not be traditionally made, but definitely has a root in the old knowledge of how I was taught to make these foods.
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Eine Mango oder Avocado ist damals nicht Gang und gäbe gewesen. Das heißt in den 90ern, hatte man schon sehr viele Cravings nach Hause. Und selbst wenn man es vermisst, hat man nicht die Ressourcen gehabt, einfach mal Kräuter zu kaufen. Das war schon schwierig. Was meine Eltern auch oft gemacht haben, ist am Waldrand gucken, was man so an Gemüse und auch Unkraut essen kann. Wir haben damals im Asylheim gelebt und dann eben im Wald geguckt, was man da so essen kann.
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Cháo war für mich immer das übelste Comfort-Food. Oder ruốc, dieses getrocknete Schweinefleisch. Das nur mit Reis und Maggi, das ist für mich so richtig eine Kindheitserinnerung. Als ich mal im Krankenhaus war, haben die auch große Thermoskannen mit cháo und ruốc gemacht.
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Ich würde auch meinen, dass sich mein Verhältnis zu vietnamesischem Essen im Laufe der Zeit verändert hat. Ich war sehr lange Veganerin und habe dann einen besonderen Zugang zum Essen gefunden, indem ich alle Rezepte, die ich mochte, die ich kannte, veganisieren wollte. Und das war einfach eine ganz besondere Art der Auseinandersetzung mit dem Essen, weil ich mir dann anschauen musste: Was sind das für Zutaten? Was macht den Geschmack aus? Wie kann ich das irgendwie kopieren – kann man das überhaupt kopieren? Jetzt ist es jetzt mittlerweile so, dass ich aber auch vegetarisch esse. Als ich zuletzt bei meiner Familie in Vietnam war, habe ich teilweise auch Fisch mitgegessen. Einfach weil uns das nochmal anders zusammengebracht hat. In den vergangenen Jahren hat meine Familie sich immer darum gekümmert, auch vietnamesische vegane Produkte zu kaufen. Aber ich habe das Gefühl, dass es eine andere Wertschätzung meiner Familie gegenüber gebracht hat, wenn ich gesagt habe: ‚Ich esse jetzt mit, was ihr gekocht habt’. Das war dann weniger Aufwand und es hat natürlich auch sehr lecker geschmeckt. Da hat sich das einfach nochmal gewandelt.
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My cooking is very mixed because I inherited mixed heritages. But I think my cuisine is abundant. I really love to use a lot of herbs and flavors and I generally like to experiment with making some traditional dishes vegan because I find it difficult to work with meat sometimes.
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Wir müssen immer wieder Räume erschaffen, Wissen aneignen und uns austauschen – teilweise auch einfach nur für uns selbst, in der việt-deutschen Community. Dabei geht es einfach ums Fühlen, Sprechen und Austauschen – ohne dass wir Dinge nach außen hin erklären müssen. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man einfach nur Community-Events macht, bei denen es nicht darum geht, jemandem etwas beizubringen, der von null Ahnung hat, sondern wo es einfach ums Fühlen, Erleben und um Connection geht.
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Weil wir diesen Beruf haben, hat man nicht viel Kontakt zur Außenwelt, kann man sagen. Die Familie ist dann eigentlich die Hauptquelle für alles.
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Cooking enabled my parents to talk about traumatic experiences in their lives. During communal cooking, they were a bit sidetracked by doing things with their hands and they didn't have to make eye contact. So, perhaps it was a safer way for them to share some traumatic stories, which I think they wanted me to know.
- Community
- Diaspora

- Diaspora
- Gastronomie
One thing that I experienced a lot at Dong Xuan Center, is the male gaze, the male white gaze and how I feel a part of some “exotic” attraction. And I think that with women, service and food, there's always this narrative of being obedient and servers. There is stereotype of who you are as an Asian woman.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
In der Grundschulzeit hatte ich einen Freund, der immer, wenn ich in einen Raum gekommen bin, diesen Song gesungen hat: ‚Kätzchenfleisch, Kätzchenfleisch‘. Da gibt’s definitiv diese Klischees mit Hunde- und Katzenessen. Und ich erinnere mich, dass viele Deutsche nước mắm echt eklig fanden. Aber ich glaube, das ist jetzt schwierig zu sagen, weil sich das nun mit dem aktuellen Hype um die Việt-Kultur in Deutschland vermischt.
- Fremdzuschreibung/Rassismus

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Ich war sehr, sehr lange Veganerin und viele aus der Community haben mich dann auch mal gefragt: ‚Wie reagieren denn eigentlich deine Eltern drauf, wenn du chay isst?’ Dafür ist nicht so viel Verständnis da. Bei mir war das aber ganz anders: Die bà nội meines Vaters, also meine Uroma, die ist über 100 Jahre alt geworden und war selber Vegetarierin. Deshalb gab es da nie eine schlechte Konnotation mit ăn chay. Aber dadurch, dass ich so lange vegan war, gab es schon immer mal wieder Kommentare wie: ‚Oh, auch keine Milch, keine Eier?’ Aber dieses ăn chay an sich war nicht negativ behaftet, weil man ja wusste, dass meine Uroma vegetarisch gegessen hat, und das ist nicht so schlecht.
- Identität
Also zu Hause mache ich einfach einen Mix und ehrlicherweise dem Alltag geschuldet, auch Sachen, die einfach gehen oder nach der Präferenz meiner Tochter. Und wenn sie gerne Nudeln mit Tomatensoße isst, koche ich das schon häufiger, als wenn ich zum Beispiel eine phở aufsetze. Aber die liebt sie auch.
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Jeder zweite, dritte Gast fragt, was seid ihr? Sie kommen rein und fragen dann: „Was, seid ihr für eine Küche oder woher kommst du?“ Die müssen das schon in einer Schublade für sich im Kopf zuordnen können. Nach dem Motto: Ich betrete ein Laden, ein Restaurant, was kann ich jetzt erwarten? Und das ist dann für uns ein bisschen schwierig, weil wir unsere eigene Kategorie haben und wir das aufbrechen wollen.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
Die Art zu kochen kann man schon verändern, aber die Zutaten und wie sie reinkommen – das muss einfach so sein. Zum Beispiel: Wenn mein Mann Fleisch macht, dann muss er das Schweinefleisch unbedingt zehnmal waschen, um den Geruch mit Ingwer weg zu bekommen. Ich mache das manchmal nicht – und trotzdem schmeckt’s. Die Zubereitung macht am Ende sowieso jeder, wie er will.
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Ich erinnere mich in den 90ern, haben wir in Potsdam gelebt und damals gab es in Berlin das „Mekong“, wo wir einmal im Monat hingefahren sind. Meine Eltern haben sehr viel in Supermärkten eingekauft. In den 90ern gab es einfach nicht viel Geld sodass wir uns von Sachen, wo die roten Sticker drauf waren, ernährt haben. Das waren meistens Innereien, die cheap waren, sei es jetzt Niere, Leber, mề. Also alles, was nicht Hühnerbrust ist, sondern, was das weiße Publikum nicht so gegessen hat. Und ansonsten gab es nicht viel asiatische Lebensmittel. Und die waren auch sehr, sehr teuer.
- Diaspora
A lot of elders aren't really able to communicate feelings in the same way as maybe the second generation, Western born Vietnamese people, are able to communicate. A lot of care and love is done through food, rather than direct communication.
- Community
- Diaspora
Du hast mitgeschnippelt und gesehen, wie die Mama das macht – was sie reinmacht, wie sie’s macht. Das hast du als Kind unbewusst mitbekommen und gespeichert. Mama oder die Amme haben gekocht, und du hast zugeschaut, ohne es bewusst zu merken. Jetzt, wenn du das Gericht kochst, denkst du automatisch: Das gehört rein. Das kommt einfach wieder, weil du als Kind zugeschaut hast.
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Wenn man sich unter Migras aus Global South unterhält, oder allem, was sich weg bewegt von europäischer oder französischer Küche, geht es viel darum, nach Ermessen und Intuition zu kochen.
- Diaspora
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Eine intensivere Auseinandersetzung und auch Wissensaneignung fand für mich eigentlich erst statt, als ich Gerichte veganisieren wollte und mich gefragt habe: Wie kocht man das? Wie bereitet man das eigentlich zu? Vieles kam schon auch von meiner Familie. Ich habe meinen Vater und meine Mutter angerufen und gefragt: ‚Was könnte ich damit machen?’ Ich habe aber auch einfach sehr viel experimentiert. Ich arbeite in meinem Kochprozess sowieso nicht mit genauen Mengenangaben oder Grammzahlen, sondern koche immer sehr viel nach Gefühl – mit der Zunge, mit den Geschmacksnerven, mit dem eigenen Geschmack. Als ich dann versucht habe, zum Beispiel bánh bao zu veganisieren, habe ich einfach experimentiert und versucht, so nah wie möglich an das heranzukommen, wie es sich für mich richtig angefühlt hat – wie ich mich daran erinnert habe.
- Wissen
Wir machen jetzt Chinesisch, weil viele unserer alten Gäste das Essen mögen. Vietnamesische Gerichte gibt’s hier überall, und die sind oft gleich. Wenn wir ein vietnamesisches Restaurant aufmachen würden, müssten wir etwas anderes machen als die anderen – und das ist schwierig. Wenn du vietnamesisch kochst, musst du dich auskennen. Sonst klappt das nicht. Es ist auch eine Frage von Personal, Angebot und Nachfrage. Wenn es hier schon viele vietnamesische Restaurants gibt, und du machst noch eins mit Gerichten, die kaum jemand kennt, hast du ein Problem. Deshalb machen wir Chinesisch. Das ist eine Geschäftsentscheidung, keine Frage der Identität.
- Gastronomie
- Identität

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- Identität
I think people find joy in the things that I cook. It's a way for me to show and be proud of my heritage, my parents and my elders and the way that they have taught me to really love food. I love how food brings people together and builds community around it.
- Community
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Wir waren ja bis 13, 14 in Vietnam – da nimmst du den typischen Geschmack von jedem Gericht auf. Du isst es immer wieder und weißt genau, wie es schmecken muss. Hier versuchst du dann, diesen Geschmack wieder hinzubekommen. Man lernt das von der Mama, später auch selbst. Und manchmal erinnerst du dich an einen bestimmten Geruch von früher, den du dann wiederfinden willst. Wie der Geruch von Sài Gòn in den Gassen. Und plötzlich gehst du in Paris durch eine Straße und es riecht genauso. So ist das auch mit dem Essen. Ich habe einen bestimmten Geschmack von hủ tiếu im Kopf – den kennst du einfach von früher. Die haben da irgendwas reingetan, keine Ahnung was, aber es war genau dieser Geschmack. Heute riechst du das oft gar nicht mehr, wenn du irgendwo bist. Aber in Paris, da gibt’s diesen Geruch noch. Und dein Gehirn erkennt ihn sofort wieder. Das passiert nur bei bestimmten Gerichten – die, die sich irgendwie festsetzen, die im Gedächtnis bleiben.
- Diaspora
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Es gibt auch Vietnamesen, die Hand-Pulled-Noodle-Restaurants machen und die sind ja wiederum wieder chinesisch. Also man könnte meinen, dass die so full circle sind oder man könnte vielleicht auch einfach sagen, dass Vietnamesen das Restaurant aufmachen, was halt gerade gewollt ist, weil sie Business-Savvy sind.
- Gastronomie

- Diaspora
The stereotypes surrounding Vietnamese food in Germany perhaps come more from the mainstream and not from the restaurants themselves. Maybe some restaurants do align to some stereotypes in order to allow people to know that, okay, this is Asian and not even Vietnamese but just Asian. Which may make it more accessible to clients. It could be just a way to profit from whatever works and I think it’s difficult to be confined in that box. Then of course, there's pricing. You need a lot of technique and knowledge in order to make Vietnamese food good.
- Gastronomie
The diaspora here is huge and yet they seem to want to cater more to the German palate. Though, I think it's changing.
- Diaspora
Heute ist es schon einfacher, egal ob man jetzt nun in einem kleinen Dorf lebt oder nicht, man hat die Möglichkeit auch in den Supermärkten einfach mal Koriander und Ingwer zu bekommen. Das war damals auch nicht so die Norm.
- Diaspora
Das ist auch ein Tool für die Eltern, um durch das Essen zu kommunizieren. Wie gern die dich haben, wie sie sich um dich kümmern. Und es ist auch ein Kommunikationstool zwischen Eltern und jüngeren Generationen.
- Community
Unsere Eltern, wenn die rausgehen, die können weder Zeitung – also jetzt mittlerweile die deutsche Sprache verstehen sie halbwegs – aber zu Anfangszeiten, wenn du rausgehst: Du kannst nicht ins Kino gehen, zum Kiosk, die Zeitung kannst du nicht lesen, die Menschen sehen anders aus, du kannst an der Theke kein Fleisch bestellen, gar nichts. Das Einzige, was du hast, ist vielleicht einmal im Monat zum Asiamarkt zu gehen und dann deine rau răm, rau mùi, Bambus und das alles zu kaufen. Das ist was dich am Leben hält und dir ein bisschen Glück gibt.
- Diaspora
Mein Vater hat ein nộm-Rezept, den viele Leute auch sehr gerne mit Erdnüssen und Koriander mögen. Er hat mir beigebracht, wie man das zubereitet. Er kocht auch einfach selbst sehr oft für mich und bringt das hierher, wenn ich zum Beispiel keine Lust habe zu kochen oder wenn ich keine Zeit habe. Das ist auch eine Geste, oder es ist eine Art von Comfort, die er mir da mitbringt.
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Where I grew up, we would eat mostly fresh things and as my parents go fishing very often, we would have a lot of fresh seafood. Here, fresh seafood is not as accessible. So, what I eat has changed in terms of ingredients. It has also changed because I'm trying to eat according to the season to ensure that my body is balanced.
- Diaspora
Fusion hat für mich persönlich auch immer so ein bisschen dieses West meets East, in einem Fine Dining Setting und halt immer dieses Mixen. Aber wir würden uns schon eher davon abgrenzen wollen und sagen: „Wir haben unsere eigene Kategorie.“
- Fremdzuschreibung/Rassismus
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Ich hatte immer im Hinterkopf, gastronomisch was zu machen und da hat es sich dann ergeben, weil meine ganze Familie in Potsdam Restaurants haben und auch immer noch betreiben.
- Gastronomie
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Wir kennen das in Vietnam, da würde man eine Schüssel mit rau xào haben, dann vielleicht einen Teller mit đậu hũ und dann một bát cơm. Aber in Deutschland ist das alles gemischt. Das ist natürlich klar, denn in Restaurants hier ist die Zubereitungsart anders. Da geht es schneller, wenn im Wok das Gemüse und der Tofu zusammen zubereitet wird, man eine Portion Reis dazu bekommt und dann noch Soße. In Deutschland wird in der Zubereitung alles gemischt und in Vietnam wird dir das tellerweise oder portionsweise serviert. Ich finde, das ist ein Unterschied.
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I wish for spaces and projects that can be empowering for those who are migrating to Germany now, so they can also define what it means to be a part of the Vietnamese diaspora because right now, a lot of it comes from those who speak German or English–who have access to Western education.
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Mir fällt es schon schwer, auch für unsere gastronomischen Projekte, nach Rezept so zu kochen. Ich bin, wenn ich koche, schon ziemlich im freestyle. Und ich wiege auch nicht ab und so. Deswegen bin ich auch sehr schlecht im Backen.
- Gastronomie
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The pricing in Vietnamese restaurants is not aligned to the amount of labour and ingredients required. Different types of cuisines are able to charge a certain amount because of where they are from. In my opinion, Vietnamese food is often so much more difficult. It should actually cost a lot more, especially due to limited access to the ingredients in Germany. Perhaps this has also not allowed Vietnamese restaurants to do food in the way that they want to.
- Diaspora
- Gastronomie
Schämt euch nicht für das Essen, was ihr esst. Own it. Und schämt euch nicht nur nicht dafür, was ihr esst, sondern auch, wie ihr esst. Also dig in. Esst mit den Händen, schmatzt, schlürft. Und schämt euch nicht für eure Identität. Essen ist so verbunden mit dem, wer wir sind, was wir sind, wie wir sein möchten.
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I was really bad at cooking growing up. I was always trying. My mother taught me a lot when I was younger. And as I got older, me and my father had more time together, and he was the one who taught me a lot of techniques. Though, the basis of knowing how to balance food comes from both my parents. With my grandfather, who I'm very close to, we would hang out a lot and he taught me how to do certain things too. And depending on the dish, I would learn it from different elders.
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In der Gastronomie aufzuwachsen ist total stressig und man lernt halt auch schon sehr, sehr viel und sehr früh etwas über Verantwortung, über Geschäfte, über Kundenkontakt. Ich glaube, dass mich das sehr geprägt hat.
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My favorite dish is Bánh Khọt, but my dad makes it in a very different way from the rest of Vietnam. I think it‘s maybe a Thai influence. The batter is not yellow. It's just a white rice flour with a lot of coconut milk. He also makes Bánh canh, but instead of having it in a clear broth, it's in a coconut broth. I think for me, the taste of home is coconut milk mixed with nước mắm.
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Meine Mutter kocht sehr viel vegetarisch und da krieg ich auch sehr viel mit. Sie achtet zum Beispiel, auf den PH-Wert ihrer Ernährung, also eine sehr ausbalancierte Ernährung. Vieles ist inspiriert von Ohsawa, der beschäftigt sich mit Microbiotics und ich glaube, das sieht man in der vietnamesischen Esskultur unterbewusst auch, dass wenn wir essen, es immer rau oder canh und ein Protein unserer Wahl gibt. Das mache ich heute immer noch.
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Wir haben mal Krabbensuppe gemacht und waren dafür vorher in Frankreich einkaufen. Das waren lebende Krabben, die wir gekocht haben und das haben mir andere Leute nie geglaubt. Ich erinnere mich sehr gut daran, wie meine Oma, die mit warmem Wasser abgewaschen hat, und die Krabben sich langsam wieder bewegt haben, weil sie vorher eingefroren waren. Dann kamen die in den Topf – sofort tot. Danach saß mein Opa mit ’nem Hammer da und hat die richtig zerhauen. Das war richtig krass.
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Authentisch heißt, das Essen muss genauso schmecken wie in Vietnam. Egal wie du das machst, am Ende muss es so schmecken.
- Wissen
Meine Eltern sind in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen und leben jetzt schon sehr lange hier. Bei ihnen merke ich, dass dieses Nostalgische oder die Sehnsucht manchmal da ist – und dann auch wieder nicht. Meine Mutter sagt zum Beispiel: ‚Ach, bánh mì bò schmeckt hier nicht so gut – in Deutschland ist es doch besser.’ Da schaut man vielleicht mit weniger Sehnsucht, sondern mit mehr Rationalität darauf.
- Diaspora
- Identität
Als ich festgestellt habe, dass sich die Gastronomieszene verändert, hat es mich natürlich auch interessiert: Was wird hier eigentlich gekocht, was serviert – und was scheint bei den deutschen Kund*innen anzukommen? Denn in der Gastronomie geht es ja vor allem darum, das zu servieren, was sich am meisten verkauft, wenn man Geld verdienen will und keine Sterneküche hat, sondern einfach ein Geschäft betreibt, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Es geht darum, das zu machen, was die Kund*innen am meisten wollen. Ich habe dann noch einmal genauer hingeschaut: Was verändern wir hier eigentlich an vietnamesischen Gerichten? Wie modifizieren wir sie, damit sie dem deutschen Geschmack entsprechen und wir möglichst viele Portionen verkaufen?
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Wir sind in Deutschland People of Color, wir werden asiatisch gelesen, das sieht man uns einfach an. Und in der gastronomischen Landschaft geht es eben darum, wie auch in der Welt, dass wenn man als Konsument:in essen geht, dann erwartet man eine Essenskategorie. Als People of Color haben wir das Gefühl, dass wir uns nicht außerhalb von authentisch oder Fusion bewegen können.
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
Ich bin nicht ständig ins Dong Xuan Center Leipzig gefahren, weil das für mich ziemlich weit außerhalb lag und ich kein Auto hatte, sondern eher in der Nähe der Innenstadt gewohnt habe. Deshalb war es natürlich sehr praktisch, die vietnamesisch geführten Supermärkte in Leipzig zu haben, weil die Asia-Märkte dort größtenteils von Vietnamesen geführt werden. Als ich umgezogen bin, und habe ich nochmal über die Verfügbarkeit nachgedacht. Hier gibt es zwar Asia-Märkte, aber die meisten sind eben nicht von Vietnamesen geführt, sondern eher gemischt. Mittlerweile funktioniert das alles gut, aber bevor ich hierher gekommen bin und nicht wusste, welcher Supermarkt von Vietnamesen geführt wird und deshalb vielleicht noch mal andere Zutaten hat als einer, der von thailändischen oder chinesischen Menschen geführt wird, war das ein bisschen tricky.
- Diaspora
Ich glaube, viel Wissen, was wir auch von unseren Eltern haben, viele Bräuche, viele kulturelle Codes, das nimmt man ja einfach so mit. Also gerade, wenn man aufwächst in der Kindheit, denkt man ja nicht: ‚Das ist jetzt ein Brauch’, sondern man weiß das einfach, man macht es eben mit. Und erst später kommt diese Reflexion, dass man das auch einordnen kann. Was bedeutet das eigentlich für mich? Was bedeutet das für meine Familie? Inwiefern hat das was mit Identität zu tun? Mein Wissen über vietnamesisches Essen ist daher sehr fluide – einfach mitgenommen von dem, was mein Papa gekocht hat, was Freunde gekocht haben oder später seine Freunde, wenn wir gemeinsam gegessen haben.
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- Identität
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Ich habe damals einen Text darüber geschrieben, wie es ist, im China-Restaurant zu arbeiten, obwohl ich vietnamesisch bin. Weil es mich einfach so geprägt hat – nach der Schule im Restaurant zu sitzen, Hausaufgaben zu machen, oder schon als Kind die Wochenenden dort zu verbringen und sich total zu langweilen. Dann mit irgendwelchen Kund*innen zu sprechen und gerade in der Kleinstadt auch mit Rassismus oder den Vorstellungen vom Essen umzugehen. Ich war natürlich auch konfrontiert mit der Haltung: ‚Jetzt gehen wir zum Chinesen.’
- Fremdzuschreibung/Rassismus
- Gastronomie
- Identität
I believe my cooking is sort of a mix of my inherited cultures and what is accessible to me. So it might not always follow the traditional path, but sticks to those major flavors, and I mean, what is Vietnamese food for the diaspora? Can we make it whatever we want or is it only what people are eating now or have eaten in Vietnam?
- Diaspora
Wir hatten ein chinesisches Restaurant, deswegen brauchten wir dort andere Zutaten als für das vietnamesische Essen zu Hause. Fast jeden Samstag ist mein Vater zum vietnamesischen Großhandel gefahren, um Zutaten einzukaufen – auch Dinge, die extra von vietnamesischen Leuten zubereitet worden waren, zum Beispiel bánh cuốn in großen Mengen. Wenn wir es nicht dorthin geschafft haben, hatten wir das Glück, dass ein Mann aus Tschechien Touren gefahren ist. Das war wie ein Supermarkt im LKW. Ein vietnamesischer Händler mit einem ausgebauten Transporter, der in die kleinen Städte kam und dort Kräuter, Koriander und andere vietnamesische Zutaten verkauft hat, die man im normalen Supermarkt nicht bekommt. Immer wenn dieser Mann gekommen ist, war das wie ein magisches Auto für mich. Ich glaube daher tatsächlich, dass das auch was mit der Größe der Stadt und mit Verfügbarkeiten zu tun hat. Wenn man in einer Großstadt wohnt – wie Erfurt oder andere große ostdeutsche Städte wie Chemnitz oder Leipzig – da hatten die Leute ganz andere Infrastrukturen. Da ist man in den Großhandel gefahren und holt sich seine Sachen. Aber wenn man eher abgeschottet ist oder in einer kleineren Stadt wohnt, dann ist man darauf angewiesen, dass man regelmäßige Fahrten an diese größeren Orte macht oder dass jemand kommt. Eine leichte Zugänglichkeit gab es daher auch einfach nicht.
- Diaspora
- Gastronomie
Something that is not talked about enough is the medicinal side of food and how every food has a property–cooling, heating, or neutral. This is also mostly Chinese or Traditional Chinese Medicinal knowledge, of how powerful foods are, how to balance them and how to make sure that you are looking after your body. So if you're eating fried food, it's good to have something fresh.
- Wissen
Wenn wir zum Beispiel Cháo, also Congee, auf dem Menü haben… sieht es für Europäerinnen, sag ich jetzt mal, nicht so appetitlich aus. Wir sehen sehr viele enttäuschte Gesichter, wenn man Congee serviert, weil es nicht Gang und gäbe ist, dass man einen herzhaften Reisbrei, der nur weiß ist, aber vom Geschmack durch die Brühe sehr intensiv ist, kennt. Aber für uns das ist ein nostalgisches Gericht, was wir unbedingt auf unserer Speisekarte haben wollten.
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Der Geschmack ist dann einfach anders. Jede Familie macht es eben auf ihre Weise – die einen tun bestimmte Sachen rein, und die Kinder wachsen damit auf. Für sie ist das dann ganz normal. Und bei anderen ist es eben anders gekocht, und auch das ist dann normal. Es heißt ja nicht, dass es nicht schmeckt – jeder hat eben so seine kleinen Geheimnisse. Zum Beispiel Gulasch – das muss bei mir unbedingt angebraten werden. Mit Röstaromen und mit Weißwein. Wenn du das nicht mit Weißwein anröstest, schmeckt es zwar, aber da fehlt einfach was. Da fehlt ein bestimmtes Aroma. Manche lassen das ganz weg. Oder sie machen’s anders – geben zum Beispiel viel von diesen Fünf Gewürzen rein, dass es dann sehr intensiv riecht. In manchen Familien ist das eben so: viele Gewürze, richtig kräftig. Aber bei uns kommt das nicht rein.
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Authentisch bedeutet in der Gastronomie, wenn du indisch bist, dann erwartet man, dass du indisch kochst, wenn du Pakistani bist, dann pakistanisch und wenn du vietnamesisch bist, dann vietnamesisch. Wenn du aber weiß bist, dann hast du die Möglichkeit, alles zu kochen. Dann kannst du wie zum Beispiel ein Tim Raue Sushi machen, und dann ist das total legitim. Und zudem kannst du auch ein Preisniveau erwarten, der ziemlich hoch ist. Und das ist halt eben der Unterschied zwischen People of Color, die gastronomische Unternehmen betreiben und weißen Menschen.
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Wir haben einen Platz in dieser Gesellschaft. Unsere Eltern waren hier und haben sich das auch verdient. Du kannst auch laut sein. Und ich glaube, dazu können viele asiatische Kinder relaten. So wie wir aufgewachsen sind, hieß es immer „Sei mal lieber ruhig und halte dich bedeckt. Passt dich an und fall nicht aus dem Rahmen.“
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Heute ist es durch Globalisierung und Online-Shops, schon einfacher an Ressourcen zu kommen.
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Das ist auch eine bewusste Provokation, das wir sagen „Hey, wir sind weder authentisch, noch sind wir Fusion, sondern wir kochen das, worauf wir Lust haben.“ Wir machen die richtige Recherche und befassen uns auch inhaltlich damit. Aber um das zu benennen: Es hat auch etwas mit Rassismus zu tun und um Machtverteilung. Also A, wer darf was kochen und B, wie wird das gesehen und wer bezahlt wie viel dafür?
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Warum ich in die Gastro wollte, ist, um das auch persönlich zu verarbeiten. Zu sagen: „Ich schäme mich nicht mehr dafür und dass Gastronomie auch empowernd sein kann. Man kann Storytelling machen, man kann viel zurückholen und sagen: Den Boden zu schrubben, bis 2 Uhr morgens abzuwaschen, Kisten zu schleppen, auch die Eltern einfach mal in deiner eigenen Zelle nachzuempfinden, wie hart die eigentlich gearbeitet haben, um uns ein Studium im Ausland und zu ermöglichen, damit wir auch eine Zukunft haben. Das haben sie gemacht, weil sie uns lieben, aber sie haben das durch die Gastronomie gemacht.
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Ich bin in Potsdam aufgewachsen und meine Eltern haben das Privileg, dass das Dong Xuan Center in Berlin nicht so weit entfernt ist, das heißt, man konnte dann auch mal dahin fahren und die Sachen für zuhause und auch für die Läden beschaffen. Die machen das auch schon seit über 30 Jahren. Und bisher ist es auch so, dass wir eigentlich jede Woche immer noch selbst hinfahren.
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In Europa hast du Single Plates, jeder hat seinen eigenen Teller. Aber wir teilen alles in der Mitte und jeder hat seine Schüssel. Und nochmal in Asien differenziert, hast du auch die Länge der Stäbchen: In Japan sind die Stäbchen kurz, in Vietnam und China sind die Stäbchen länger, weil du ja in die Mitte greifen musst, um zu teilen. Und in Japan sind die Stäbchen kürzer, weil du dein eigenes Tablett hast.
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Ich war lange vegan, und das hat schon was bei meiner Familie ausgelöst – Entfremdung ist ein bisschen übertrieben – aber irgendwas war da. Jetzt esse ich auch wieder Fleisch, wenn ich da bin, wenn es da Essen gibt. Meine Tante hat an Weihnachten wirklich meine Hand genommen, und meinte so: Es ist so schön, dass du wieder Fleisch isst. Da habe ich die Tragweite meines dreijährigen Veganismus verstanden. Aber nach zwei Jahren hat meine Oma bánh tét mal mit veganem Hackfleisch gemacht.
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Wir stehen als Gastronominnen oft im Vergleich zu weißen Unternehmern. Die beziehen ja sehr viel aus der Region. Das ist ein Privileg, zu sagen, hey, ich beziehe alles aus der Region und kann damit meine Wurst machen, meinen Sauerkraut – das können wir halt nicht. Das ist schon ein großes Privileg und beschäftigt uns schon. Wir würden auch gerne Produkte bio und regional beziehen, aber es geht einfach aufgrund unserer Historie nicht.
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I think maybe all children had to go through being forced to eat bitter melon because it has cooling properties. And now I really enjoy eating it and my parents grow their own. So I think this vegetable really reminds me of home and how much I have grown into an adult and can finally enjoy it.
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Wir sind ja Imbiss-Kinder. Wir haben schon alles gesehen, so in unseren jungen Jahren. Ich habe mit acht oder so schon ausgeholfen, Tüten gepackt und so weiter. Ich habe sehr jung auch schon den Wok geschwenkt und so im Imbiss meiner Eltern ausgeholfen. Also, das ist halt deine DNA, das kriegt man auch nicht weg.
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