Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Ich würde auch meinen, dass sich mein Verhältnis zu vietnamesischem Essen im Laufe der Zeit verändert hat. Ich war sehr lange Veganerin und habe dann einen besonderen Zugang zum Essen gefunden, indem ich alle Rezepte, die ich mochte, die ich kannte, veganisieren wollte. Und das war einfach eine ganz besondere Art der Auseinandersetzung mit dem Essen, weil ich mir dann anschauen musste: Was sind das für Zutaten? Was macht den Geschmack aus? Wie kann ich das irgendwie kopieren – kann man das überhaupt kopieren? Jetzt ist es jetzt mittlerweile so, dass ich aber auch vegetarisch esse. Als ich zuletzt bei meiner Familie in Vietnam war, habe ich teilweise auch Fisch mitgegessen. Einfach weil uns das nochmal anders zusammengebracht hat. In den vergangenen Jahren hat meine Familie sich immer darum gekümmert, auch vietnamesische vegane Produkte zu kaufen. Aber ich habe das Gefühl, dass es eine andere Wertschätzung meiner Familie gegenüber gebracht hat, wenn ich gesagt habe: ‚Ich esse jetzt mit, was ihr gekocht habt’. Das war dann weniger Aufwand und es hat natürlich auch sehr lecker geschmeckt. Da hat sich das einfach nochmal gewandelt.

Ich erinnere mich in den 90ern, haben wir in Potsdam gelebt und damals gab es in Berlin das „Mekong“, wo wir einmal im Monat hingefahren sind. Meine Eltern haben sehr viel in Supermärkten eingekauft. In den 90ern gab es einfach nicht viel Geld sodass wir uns von Sachen, wo die roten Sticker drauf waren, ernährt haben. Das waren meistens Innereien, die cheap waren, sei es jetzt Niere, Leber, mề. Also alles, was nicht Hühnerbrust ist, sondern, was das weiße Publikum nicht so gegessen hat. Und ansonsten gab es nicht viel asiatische Lebensmittel. Und die waren auch sehr, sehr teuer.

Schämt euch nicht für
euer Essen!