Mời cả nhà ăn cơm!
Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Ich war lange vegan, und das hat schon was bei meiner Familie ausgelöst – Entfremdung ist ein bisschen übertrieben – aber irgendwas war da. Jetzt esse ich auch wieder Fleisch, wenn ich da bin, wenn es da Essen gibt. Meine Tante hat an Weihnachten wirklich meine Hand genommen, und meinte so: Es ist so schön, dass du wieder Fleisch isst. Da habe ich die Tragweite meines dreijährigen Veganismus verstanden. Aber nach zwei Jahren hat meine Oma bánh tét mal mit veganem Hackfleisch gemacht.
Ich glaube, viel Wissen, was wir auch von unseren Eltern haben, viele Bräuche, viele kulturelle Codes, das nimmt man ja einfach so mit. Also gerade, wenn man aufwächst in der Kindheit, denkt man ja nicht: ‚Das ist jetzt ein Brauch’, sondern man weiß das einfach, man macht es eben mit. Und erst später kommt diese Reflexion, dass man das auch einordnen kann. Was bedeutet das eigentlich für mich? Was bedeutet das für meine Familie? Inwiefern hat das was mit Identität zu tun? Mein Wissen über vietnamesisches Essen ist daher sehr fluide – einfach mitgenommen von dem, was mein Papa gekocht hat, was Freunde gekocht haben oder später seine Freunde, wenn wir gemeinsam gegessen haben.