Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Ich habe damals einen Text darüber geschrieben, wie es ist, im China-Restaurant zu arbeiten, obwohl ich vietnamesisch bin. Weil es mich einfach so geprägt hat – nach der Schule im Restaurant zu sitzen, Hausaufgaben zu machen, oder schon als Kind die Wochenenden dort zu verbringen und sich total zu langweilen. Dann mit irgendwelchen Kund*innen zu sprechen und gerade in der Kleinstadt auch mit Rassismus oder den Vorstellungen vom Essen umzugehen. Ich war natürlich auch konfrontiert mit der Haltung: ‚Jetzt gehen wir zum Chinesen.’

Mein Vater hat ein nộm-Rezept, den viele Leute auch sehr gerne mit Erdnüssen und Koriander mögen. Er hat mir beigebracht, wie man das zubereitet. Er kocht auch einfach selbst sehr oft für mich und bringt das hierher, wenn ich zum Beispiel keine Lust habe zu kochen oder wenn ich keine Zeit habe. Das ist auch eine Geste, oder es ist eine Art von Comfort, die er mir da mitbringt.

Ich glaube, viel Wissen, was wir auch von unseren Eltern haben, viele Bräuche, viele kulturelle Codes, das nimmt man ja einfach so mit. Also gerade, wenn man aufwächst in der Kindheit, denkt man ja nicht: ‚Das ist jetzt ein Brauch’, sondern man weiß das einfach, man macht es eben mit. Und erst später kommt diese Reflexion, dass man das auch einordnen kann. Was bedeutet das eigentlich für mich? Was bedeutet das für meine Familie? Inwiefern hat das was mit Identität zu tun? Mein Wissen über vietnamesisches Essen ist daher sehr fluide – einfach mitgenommen von dem, was mein Papa gekocht hat, was Freunde gekocht haben oder später seine Freunde, wenn wir gemeinsam gegessen haben.

Schämt euch nicht für
euer Essen!