Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Die erste Generation, also meinen Eltern oder auch meine Großeltern, die direkt aus Vietnam kamen, die wissen, wer sie sind. Die sagen nicht: ‚Ich muss ganz dringend meine vietnamesische Kultur erhalten’. Die wissen es, die kennen ja nichts anderes. Für sie war klar, dass sie Vietnamesen sind. Die haben uns immer gesagt, dass das einen großen Wert hat und wir uns früher oder später damit auseinandersetzen müssen. Das fand ich in meiner Jugend oft schwer, wenn meine Eltern sagten: ‚Ihr werdet hier nie komplett akzeptiert werden, also macht euch klar, wer ihr seid, und lebt damit’.

Ich habe so viele verschiedene Geschmäcker von zu Hause. Was ich vielleicht mit zuhause verbinde, weil es vielleicht das Viet-Gericht ist, das mein Vater für mich chay kochen konnte, ist đậu hũ sốt cà chua, also frittierter Tofu in Tomatensoße. Das ist für mich total comforting und ein Gericht, was mein Vater oft für mich gemacht hat und auch eins, das ich sehr schnell gelernt habe selbst zu kochen. Das ist auch nicht sonderlich schwer. Immer wenn ich das Gefühl habe, ich brauche etwas Wärmendes und vielleicht auch etwas, was mir ein wohliges Gefühl gibt, dann mache ich đậu hũ sốt cà chua.

Vor 30 Jahren war das echt schwierig. Zum Beispiel Fischsoße – die gab’s bei uns gar nicht. Es gab keinen Asia-Laden, nur einen Händler, der die Sachen brachte, aber nur alle vier Wochen. Dann mussten wir warten, bis er kam, und haben Tüte für Tüte gekauft.

Schämt euch nicht für
euer Essen!