Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Wir sind in Deutschland People of Color, wir werden asiatisch gelesen, das sieht man uns einfach an. Und in der gastronomischen Landschaft geht es eben darum, wie auch in der Welt, dass wenn man als Konsument:in essen geht, dann erwartet man eine Essenskategorie. Als People of Color haben wir das Gefühl, dass wir uns nicht außerhalb von authentisch oder Fusion bewegen können.

Also zu Hause mache ich einfach einen Mix und ehrlicherweise dem Alltag geschuldet, auch Sachen, die einfach gehen oder nach der Präferenz meiner Tochter. Und wenn sie gerne Nudeln mit Tomatensoße isst, koche ich das schon häufiger, als wenn ich zum Beispiel eine phở aufsetze. Aber die liebt sie auch.

Für mich war der Prozess schon krass wichtig, sich ganz konkret mit Vietnamesisch-Sein auseinanderzusetzen und das würde ich nicht unterschätzen. Ich glaube, ich hatte länger eine eher kosmopolitische Haltung, aber wenn man sein ganzes Leben lang auf eine bestimmte Art und Weise verbesondert wird, sollte man sich auch damit auseinandersetzen. Kulturelle Errungenschaften haben voll viel Wert in jeder Kultur. Das macht deinen Horizont größer und auch den der Gesellschaft, wenn du das mit reinbringst. Für mich hat das nichts Nationalistisches oder Patriotisches, sondern es geht mehr darum: ‚Das gibt es auch und es ist schön, wenn das nicht unsichtbar gemacht wird.’

Schämt euch nicht für
euer Essen!