Mời cả nhà ăn cơm!
Komm, setz dich mit uns an den Tisch!
Ich habe bei einem Việt-Treff gemerkt, dass es schon eine männliche Sozialisierung gibt. Meine Mutter hat nicht wirklich erwartet, dass wir drei Brüder richtig beim Kochen mithelfen. Beim gỏi cuốn machen habe ich mal vergessen, die Stärke von den bún-Nudeln abzuwaschen. Als ich die dann mitgebracht habe, haben die total zusammengeklebt. Dann haben mich die Girls vom Việt-Treff richtig ausgelacht, und meinten so: ‚Man merkt, dass du nie in der Küche mitgeholfen hast‘. Das war lustig dadurch diese Diskrepanz zu bemerken: Ich kann eigentlich solide kochen, aber im Gegensatz dazu gar nicht so richtig vietnamesisch – vielleicht wegen der männlichen Sozialisierung. Deswegen versuche ich das jetzt aufzubauen. Mit dem Kochen meine ich es schon ernst, dass ich die Sachen nachkochen möchte.
Eine intensivere Auseinandersetzung und auch Wissensaneignung fand für mich eigentlich erst statt, als ich Gerichte veganisieren wollte und mich gefragt habe: Wie kocht man das? Wie bereitet man das eigentlich zu? Vieles kam schon auch von meiner Familie. Ich habe meinen Vater und meine Mutter angerufen und gefragt: ‚Was könnte ich damit machen?’ Ich habe aber auch einfach sehr viel experimentiert. Ich arbeite in meinem Kochprozess sowieso nicht mit genauen Mengenangaben oder Grammzahlen, sondern koche immer sehr viel nach Gefühl – mit der Zunge, mit den Geschmacksnerven, mit dem eigenen Geschmack. Als ich dann versucht habe, zum Beispiel bánh bao zu veganisieren, habe ich einfach experimentiert und versucht, so nah wie möglich an das heranzukommen, wie es sich für mich richtig angefühlt hat – wie ich mich daran erinnert habe.
Heute ist es durch Globalisierung und Online-Shops, schon einfacher an Ressourcen zu kommen.