Mời cả nhà ăn cơm!
Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Ich glaube, für viele Việt-Leute ist das ein größerer Kampf. Es gibt einfach mehr Biografien, die sagen: ‚Ich hatte nie vietnamesische Freunde‘ oder ‚Ich habe das Kochen nie wirklich gelernt‘. Ich hatte das auch stark – ich wollte in meiner Jugend lieber weiß sein. Ich habe oft den Eindruck, dass es bei meinen türkischen oder arabischen Friends nie ein Thema war, zu sagen: ‚Ich bin das nicht, ich möchte das nicht sein‘. Ich kenne das mehr von Việt-Friends, dass sie eher den Wunsch hatten, das wirklich abzulegen.
Ich würde auch meinen, dass sich mein Verhältnis zu vietnamesischem Essen im Laufe der Zeit verändert hat. Ich war sehr lange Veganerin und habe dann einen besonderen Zugang zum Essen gefunden, indem ich alle Rezepte, die ich mochte, die ich kannte, veganisieren wollte. Und das war einfach eine ganz besondere Art der Auseinandersetzung mit dem Essen, weil ich mir dann anschauen musste: Was sind das für Zutaten? Was macht den Geschmack aus? Wie kann ich das irgendwie kopieren – kann man das überhaupt kopieren? Jetzt ist es jetzt mittlerweile so, dass ich aber auch vegetarisch esse. Als ich zuletzt bei meiner Familie in Vietnam war, habe ich teilweise auch Fisch mitgegessen. Einfach weil uns das nochmal anders zusammengebracht hat. In den vergangenen Jahren hat meine Familie sich immer darum gekümmert, auch vietnamesische vegane Produkte zu kaufen. Aber ich habe das Gefühl, dass es eine andere Wertschätzung meiner Familie gegenüber gebracht hat, wenn ich gesagt habe: ‚Ich esse jetzt mit, was ihr gekocht habt’. Das war dann weniger Aufwand und es hat natürlich auch sehr lecker geschmeckt. Da hat sich das einfach nochmal gewandelt.