Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Essen ist auch so ein Medium der Zusammenkunft. Ich glaube, wie wir im asiatischen Raum essen differenziert sich sehr stark von der europäischen, wo wir ja leben. Es geht sehr viel um Sharing. Ich meine wir haben cơm bình dân, wo alles geteilt wird.

Eine intensivere Auseinandersetzung und auch Wissensaneignung fand für mich eigentlich erst statt, als ich Gerichte veganisieren wollte und mich gefragt habe: Wie kocht man das? Wie bereitet man das eigentlich zu? Vieles kam schon auch von meiner Familie. Ich habe meinen Vater und meine Mutter angerufen und gefragt: ‚Was könnte ich damit machen?’ Ich habe aber auch einfach sehr viel experimentiert. Ich arbeite in meinem Kochprozess sowieso nicht mit genauen Mengenangaben oder Grammzahlen, sondern koche immer sehr viel nach Gefühl – mit der Zunge, mit den Geschmacksnerven, mit dem eigenen Geschmack. Als ich dann versucht habe, zum Beispiel bánh bao zu veganisieren, habe ich einfach experimentiert und versucht, so nah wie möglich an das heranzukommen, wie es sich für mich richtig angefühlt hat – wie ich mich daran erinnert habe.

Essen hat sehr viel Bedeutung, auf jeden Fall. Nicht nur als Lebensmittel. In Deutschland hast du das Wort Lebensmittel, ein Mittel zum Leben. Und in Asien denke ich, vor allem in der vietnamesischen Community, ist es eine Life-Line, es geht um mehr als nur zum leben, es geht auch um Genuss. In Deutschland geht es, habe ich das Gefühl, es eher weniger um Genuss, es geht eher um ein Mittel, um nicht zu sterben, sondern zu leben.

Schämt euch nicht für
euer Essen!