Mời cả nhà ăn cơm!
Komm, setz dich mit uns an den Tisch!
Der Geschmack ist dann einfach anders. Jede Familie macht es eben auf ihre Weise – die einen tun bestimmte Sachen rein, und die Kinder wachsen damit auf. Für sie ist das dann ganz normal. Und bei anderen ist es eben anders gekocht, und auch das ist dann normal. Es heißt ja nicht, dass es nicht schmeckt – jeder hat eben so seine kleinen Geheimnisse. Zum Beispiel Gulasch – das muss bei mir unbedingt angebraten werden. Mit Röstaromen und mit Weißwein. Wenn du das nicht mit Weißwein anröstest, schmeckt es zwar, aber da fehlt einfach was. Da fehlt ein bestimmtes Aroma. Manche lassen das ganz weg. Oder sie machen’s anders – geben zum Beispiel viel von diesen Fünf Gewürzen rein, dass es dann sehr intensiv riecht. In manchen Familien ist das eben so: viele Gewürze, richtig kräftig. Aber bei uns kommt das nicht rein.
Warum ich in die Gastro wollte, ist, um das auch persönlich zu verarbeiten. Zu sagen: „Ich schäme mich nicht mehr dafür und dass Gastronomie auch empowernd sein kann. Man kann Storytelling machen, man kann viel zurückholen und sagen: Den Boden zu schrubben, bis 2 Uhr morgens abzuwaschen, Kisten zu schleppen, auch die Eltern einfach mal in deiner eigenen Zelle nachzuempfinden, wie hart die eigentlich gearbeitet haben, um uns ein Studium im Ausland und zu ermöglichen, damit wir auch eine Zukunft haben. Das haben sie gemacht, weil sie uns lieben, aber sie haben das durch die Gastronomie gemacht.
Eine Mango oder Avocado ist damals nicht Gang und gäbe gewesen. Das heißt in den 90ern, hatte man schon sehr viele Cravings nach Hause. Und selbst wenn man es vermisst, hat man nicht die Ressourcen gehabt, einfach mal Kräuter zu kaufen. Das war schon schwierig. Was meine Eltern auch oft gemacht haben, ist am Waldrand gucken, was man so an Gemüse und auch Unkraut essen kann. Wir haben damals im Asylheim gelebt und dann eben im Wald geguckt, was man da so essen kann.