Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Meine Eltern sind in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen und leben jetzt schon sehr lange hier. Bei ihnen merke ich, dass dieses Nostalgische oder die Sehnsucht manchmal da ist – und dann auch wieder nicht. Meine Mutter sagt zum Beispiel: ‚Ach, bánh mì bò schmeckt hier nicht so gut – in Deutschland ist es doch besser.’ Da schaut man vielleicht mit weniger Sehnsucht, sondern mit mehr Rationalität darauf.

Ich glaube, viel Wissen, was wir auch von unseren Eltern haben, viele Bräuche, viele kulturelle Codes, das nimmt man ja einfach so mit. Also gerade, wenn man aufwächst in der Kindheit, denkt man ja nicht: ‚Das ist jetzt ein Brauch’, sondern man weiß das einfach, man macht es eben mit. Und erst später kommt diese Reflexion, dass man das auch einordnen kann. Was bedeutet das eigentlich für mich? Was bedeutet das für meine Familie? Inwiefern hat das was mit Identität zu tun? Mein Wissen über vietnamesisches Essen ist daher sehr fluide – einfach mitgenommen von dem, was mein Papa gekocht hat, was Freunde gekocht haben oder später seine Freunde, wenn wir gemeinsam gegessen haben.

Ich bin in Potsdam aufgewachsen und meine Eltern haben das Privileg, dass das Dong Xuan Center in Berlin nicht so weit entfernt ist, das heißt, man konnte dann auch mal dahin fahren und die Sachen für zuhause und auch für die Läden beschaffen. Die machen das auch schon seit über 30 Jahren. Und bisher ist es auch so, dass wir eigentlich jede Woche immer noch selbst hinfahren.

Schämt euch nicht für
euer Essen!