Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

In den vietnamesischen Restaurants gibt es die vietnamesischen Gerichte, die zu Teller- oder Schüsselgerichten verarbeitet werden, da vielleicht auch schon eine Authentizität haben und sich natürlich an den Gerichten, die es bei uns gibt, anlehnen. In den việt-deutschen Restaurants gibt es zum Beispiel die angelehnten Gerichte, wie eine Schüssel phở oder eine Schüssel bùn bò oder bún chay, also die ganzen bún-Gerichte, die ja manchmal auch als ‚lauwarme Reisnudelsalate’ bezeichnet werden. Dann gibt’s verschiedene cơm-Gerichte. Wie beispielsweise eine Portion cơm mit Gemüse und Erdnusssoße oder eine Portion cơm mit Gemüse, Tofu und Erdnusssoße. Das ist total beliebt, aber an sich kein typisches vietnamesisches Gericht. Oder udon xào. Udon Nudeln sind aber gar nicht vietnamesisch, oder auch Curries, die größtenteils nicht typisch vietnamesisch sind. Aber all das würde man, denke ich, auf einer, ‚Standard-Việt-Restaurant-Karte’ in Deutschland finden – Bowls oder Sachen wie phở, bún, cơm-Gerichte, udon xào, Currygerichte. Ich glaube, das sind Gerichte, die im herkunftsdeutschen Bewusstsein als vietnamesisch bezeichnet werden und auch als vietnamesisch im Kopf existieren. Das sind aber Gerichte, die es derart in Vietnam nicht gibt, und wir – die das Wissen von beiden Seiten haben und wissen, wie das Essen in Vietnam ist und was hier serviert wird – wir wissen, dass das eine Art Hybrid ist. Das, was dann, glaube ich, authentischer oder auf jeden Fall vietnamesisch ist, das sind die Vorspeisen. Zum Beispiel haben wir cuốn, rán, há cảo oder auch die Salate. Aber ich finde, die meisten việt-deutschen Restaurants, die sind việt-deutsch, weil sie an den deutschen Geschmack angepasst sind.

Du hast mitgeschnippelt und gesehen, wie die Mama das macht – was sie reinmacht, wie sie’s macht. Das hast du als Kind unbewusst mitbekommen und gespeichert. Mama oder die Amme haben gekocht, und du hast zugeschaut, ohne es bewusst zu merken. Jetzt, wenn du das Gericht kochst, denkst du automatisch: Das gehört rein. Das kommt einfach wieder, weil du als Kind zugeschaut hast.

Meine Eltern sind in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen und leben jetzt schon sehr lange hier. Bei ihnen merke ich, dass dieses Nostalgische oder die Sehnsucht manchmal da ist – und dann auch wieder nicht. Meine Mutter sagt zum Beispiel: ‚Ach, bánh mì bò schmeckt hier nicht so gut – in Deutschland ist es doch besser.’ Da schaut man vielleicht mit weniger Sehnsucht, sondern mit mehr Rationalität darauf.

Schämt euch nicht für
euer Essen!