Mời cả nhà ăn cơm!

Komm, setz dich mit uns an den Tisch!

Ich bin in Potsdam aufgewachsen und meine Eltern haben das Privileg, dass das Dong Xuan Center in Berlin nicht so weit entfernt ist, das heißt, man konnte dann auch mal dahin fahren und die Sachen für zuhause und auch für die Läden beschaffen. Die machen das auch schon seit über 30 Jahren. Und bisher ist es auch so, dass wir eigentlich jede Woche immer noch selbst hinfahren.

Wir hatten ein chinesisches Restaurant, deswegen brauchten wir dort andere Zutaten als für das vietnamesische Essen zu Hause. Fast jeden Samstag ist mein Vater zum vietnamesischen Großhandel gefahren, um Zutaten einzukaufen – auch Dinge, die extra von vietnamesischen Leuten zubereitet worden waren, zum Beispiel bánh cuốn in großen Mengen. Wenn wir es nicht dorthin geschafft haben, hatten wir das Glück, dass ein Mann aus Tschechien Touren gefahren ist. Das war wie ein Supermarkt im LKW. Ein vietnamesischer Händler mit einem ausgebauten Transporter, der in die kleinen Städte kam und dort Kräuter, Koriander und andere vietnamesische Zutaten verkauft hat, die man im normalen Supermarkt nicht bekommt. Immer wenn dieser Mann gekommen ist, war das wie ein magisches Auto für mich. Ich glaube daher tatsächlich, dass das auch was mit der Größe der Stadt und mit Verfügbarkeiten zu tun hat. Wenn man in einer Großstadt wohnt – wie Erfurt oder andere große ostdeutsche Städte wie Chemnitz oder Leipzig – da hatten die Leute ganz andere Infrastrukturen. Da ist man in den Großhandel gefahren und holt sich seine Sachen. Aber wenn man eher abgeschottet ist oder in einer kleineren Stadt wohnt, dann ist man darauf angewiesen, dass man regelmäßige Fahrten an diese größeren Orte macht oder dass jemand kommt. Eine leichte Zugänglichkeit gab es daher auch einfach nicht.

Ich bin nicht ständig ins Dong Xuan Center Leipzig gefahren, weil das für mich ziemlich weit außerhalb lag und ich kein Auto hatte, sondern eher in der Nähe der Innenstadt gewohnt habe. Deshalb war es natürlich sehr praktisch, die vietnamesisch geführten Supermärkte in Leipzig zu haben, weil die Asia-Märkte dort größtenteils von Vietnamesen geführt werden. Als ich umgezogen bin, und habe ich nochmal über die Verfügbarkeit nachgedacht. Hier gibt es zwar Asia-Märkte, aber die meisten sind eben nicht von Vietnamesen geführt, sondern eher gemischt. Mittlerweile funktioniert das alles gut, aber bevor ich hierher gekommen bin und nicht wusste, welcher Supermarkt von Vietnamesen geführt wird und deshalb vielleicht noch mal andere Zutaten hat als einer, der von thailändischen oder chinesischen Menschen geführt wird, war das ein bisschen tricky.

Schämt euch nicht für
euer Essen!