Mời cả nhà ăn cơm!
Komm, setz dich mit uns an den Tisch!
Ich glaube, dass wir, die diasporisch sind – die in Deutschland geboren sind, aber deren Eltern aus einem anderen Land kommen, deren Eltern eine Migrationsgeschichte haben –, dazu neigen, unsere Erinnerungen und unser diasporisches Wissen teilweise auch ein bisschen zu romantisieren oder vielleicht sogar manchmal zu überhöhen. Weil es uns mehr bedeutet oder etwas anderes bedeutet – oder weil wir mehr daraus ziehen als Menschen, für die das alltäglich ist. Ich denke einfach, dass es für uns vielleicht noch mal etwas anderes ist, wenn man so einen Teller bánh xèo oder bánh cuốn vor sich hat – das ist mit super viel Arbeit verbunden. Da hängen vielleicht bestimmte Erinnerungen dran. Wenn ich aber in Vietnam bin und zu meinen Cousinen sage: ‚Lass uns bánh cuốn, bánh xèo essen’, dann ist das für sie einfach ein normaler Dienstag, an dem sie in ein Restaurant fahren. Es hat für sie eine ganz andere Selbstverständlichkeit als für uns, denke ich.

Ich war sehr, sehr lange Veganerin und viele aus der Community haben mich dann auch mal gefragt: ‚Wie reagieren denn eigentlich deine Eltern drauf, wenn du chay isst?’ Dafür ist nicht so viel Verständnis da. Bei mir war das aber ganz anders: Die bà nội meines Vaters, also meine Uroma, die ist über 100 Jahre alt geworden und war selber Vegetarierin. Deshalb gab es da nie eine schlechte Konnotation mit ăn chay. Aber dadurch, dass ich so lange vegan war, gab es schon immer mal wieder Kommentare wie: ‚Oh, auch keine Milch, keine Eier?’ Aber dieses ăn chay an sich war nicht negativ behaftet, weil man ja wusste, dass meine Uroma vegetarisch gegessen hat, und das ist nicht so schlecht.